Als der Erste Weltkrieg 1914 ausbrach, waren die unmittelbaren Auswirkungen auch in Hagedorn zu spüren. Bereits in den ersten Kriegstagen wurden mehrere der jüngeren M.nner in Hagedorn eingezogen.
Laut Gemeindechronik erreichten die Dorfbewohner immer wieder Siegesnachrichten der deutschen Truppen, doch da immer neue Feinde hinzukamen, streckte sich die Dauer des Krieges über die Erwartungen hinaus. Als absehbar war, dass der Krieg auch noch in den Winter hinein andauern würde, fingen die Frauen und Mädchen im Dorf an wollene Hagedorn im Ersten Weltkrieg Socken für die Angehörigen im Krieg zu stricken. Der nicht enden wollende Krieg, hinterlässt Deutschland abgeschnitten von den, schon immer dringend benötigten, eingeführten Lebensmitteln.
Bald schon müssen Nahrungsmittel rationiert werde. Für Brot und Fleisch wird 1915 eine „Brot- und Fleischkarte“ eingeführt und alle Bedarfsgüter wie zum Beispiel Kleidung und Schuhe dürfen nur mit polizeilicher Bescheinigung ausgeteilt werden. Schnell erblüht in dieser Notlage ein Schwarzmarkt. Zu horrenden Summen werden die gewünschten und gebrauchten Güter angeboten.
Durch die lange Dauer des Krieges und durch die ausgedehnten Fronten wurden mittlerweile alle wehrfähigen Männer eingezogen. Aus jedem Haushalt in Hagedorn kämpfte mindestens ein Mann im Krieg. Die Not der Bevölkerung fand im letzten Kriegsjahr 1918 ihren Höhepunkt. In Hagedorn sammelten die Schulkinder Laub und trockneten es um damit das Vieh zu füttern. Aus den Früchten des Weißdorns, den Mehlbeeren, wurde ein Kaffeeersatz zubereitet und aus Bucheckern wurde Öl hergestellt.
Als am 9. November 1918 der Erste Weltkrieg sein Ende fand, hatte er auch von den Bewohnern Hagedorns seine Opfer gefordert.

In Gedenken an die Gefallenen:

August Brand
Fritz Brand
August Potthast
Dietrich Benning

 

1919 schließen sich die Veteranen der Kriege zusammen und gründen den Kriegsverein. Ihr Ziel ist es, ein Denkmal für die Gefallenen Kameraden zu errichten. Noch im selben Jahr fassen sie den Baubeschluss und im Jahr 1920 wird das Denkmal am 1. Pfingstfeiertag eingeweiht.